Substanztheorie ist eine der ältesten Fragen der Metaphysik: Was ist eine Substanz? Gemeint ist der Träger von Eigenschaften das, was ein Ding ist, unabhängig davon, wie es gerade beschaffen ist. Ein Apfel kann grün oder rot, hart oder weich sein; aber es gibt etwas, das durch all diese Veränderungen hindurch „der Apfel" bleibt. Dieses zugrunde Liegende zu bestimmen, beschäftigt die Philosophie von Aristoteles bis in die Neuzeit.
Der Grundgedanke trennt zwei Rollen: die Substanz (das selbstständig existierende Ding) und die Eigenschaften/Akzidenzien (Röte, Größe, Ort), die immer nur an einer Substanz vorkommen. Eigenschaften existieren nicht für sich es gibt keine freischwebende „Röte", nur rote Dinge.
Der eigentliche Sinn der Substanz zeigt sich im Wandel. Eigenschaften kommen und gehen der Apfel reift von grün zu rot, wird angebissen, verliert Gewicht. Trotzdem sagen wir: Es ist derselbe Apfel. Die Substanz ist genau das, was diese Identität über die Zeit garantiert, während die Akzidenzien wechseln.
Aristoteles nannte die Einzeldinge (dieser Mensch, dieses Pferd) erste Substanzen sie sind das grundlegend Seiende, von dem alles andere ausgesagt wird. Arten und Gattungen (Mensch, Tier) sind zweite Substanzen. Später verschob sich die Debatte auf die Frage, woraus die Einheit einer Substanz besteht: aus Form und Materie, aus einer Wesenheit, oder aus etwas anderem.
Die spätere Metaphysik bietet zwei Grundmodelle an, was eine Substanz „im Kern" ist:
| Position | Kernidee | Problem |
|---|---|---|
| Substrat-Theorie | Träger unter den Eigenschaften | ein „nacktes Etwas" ist schwer fassbar |
| Bündeltheorie | nur Eigenschaften, kein Träger | was hält das Bündel zusammen? |
| Aristotelisch | Form + Materie / Wesen | Was ist die „Form" genau? |
Die Substanztheorie berührt Grundfragen von Identität, Veränderung und Existenz und ist eng verwoben mit der Logik der Prädikation (was von wem ausgesagt wird) und mit historischen Ordnungsentwürfen wie der Great Chain of Being.