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Operante Konditionierung

Operante Konditionierung ist Lernen durch Konsequenzen. Verhalten, auf das etwas Angenehmes folgt, tritt häufiger auf; Verhalten, auf das etwas Unangenehmes folgt, seltener. Während bei der klassischen Konditionierung Reize vor der Reaktion gekoppelt werden, geht es hier um das, was nach einem Verhalten passiert. B. F. Skinner prägte den Ansatz in den 1930er-Jahren.

Der Grundkreislauf

Ein Verhalten führt zu einer Konsequenz, und diese Konsequenz verändert die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten wieder auftritt. Positive Konsequenzen verstärken, negative schwächen ab.

Verhalten Konsequenz Häufigkeitändert sich Rückkopplung: die Konsequenz formt das künftige Verhalten
Verhalten wird durch seine Folgen geformt. Diese Rückkopplung ist der Kern der operanten Konditionierung.

Die vier Grundfälle

Zwei Fragen ergeben vier Möglichkeiten. Erstens: Nimmt die Konsequenz das Verhalten zu (Verstärkung) oder ab (Bestrafung)? Zweitens: Wird etwas hinzugefügt (positiv) oder entfernt (negativ)? „Positiv" und „negativ" meinen hier nicht gut/schlecht, sondern hinzufügen/wegnehmen.

Ziel Verhalten ↑ (Verstärkung) Verhalten ↓ (Bestrafung) hinzufügen (+) entfernen (−) positive Verstärkung Lob nach guter Arbeit (Angenehmes hinzu) positive Bestrafung Strafe nach Fehler (Unangenehmes hinzu) negative Verstärkung Schmerz hört auf (Unangenehmes weg) negative Bestrafung Handy wird entzogen (Angenehmes weg) Verstärkung erhöht Verhalten, Bestrafung senkt es, jeweils durch Hinzufügen oder Entfernen.
Die berühmte Vierfeldertafel. Merksatz: Verstärkung stärkt, Bestrafung schwächt; positiv heißt hinzufügen, negativ heißt wegnehmen.

Verstärkungspläne

Wann die Belohnung kommt, ändert das Verhalten stark. Belohnt man nicht jedes Mal, sondern nach einem Plan, wird das Verhalten besonders hartnäckig. Vor allem der variable Plan (unvorhersehbar, wie beim Glücksspiel) erzeugt sehr beständiges Verhalten, weil man nie weiß, ob der nächste Versuch der erfolgreiche ist.

nach Anzahl (Verhältnis) nach Zeit (Intervall) fest variabel festes Intervall (Gehalt monatlich) festes Verhältnis (jede 10. Stanze) variables Intervall (Kontrolle stichprobenartig) variables Verhältnis (Glücksspiel, am stärksten)
Belohnungspläne nach Zeit oder Anzahl, jeweils fest oder variabel. Der variable Verhältnis-Plan macht Verhalten am beständigsten, das Prinzip hinter Spielautomaten.

Wo es überall wirkt

BereichBeispiel
ErziehungLoben und Konsequenzen
TiertrainingLeckerli als Verstärker
Apps / SpielePunkte, Abzeichen, variable Belohnungen
GewohnheitenVerhalten an angenehme Folgen koppeln

Operante und klassische Konditionierung bilden zusammen die Lerntheorie. Die variablen Belohnungspläne erklären auch, warum manche digitalen Produkte so schwer aus der Hand zu legen sind, ein Bezug zu Entscheidungsverzerrungen wie in der Prospect Theory.

Quellen

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