Operante Konditionierung ist Lernen durch Konsequenzen. Verhalten, auf das etwas Angenehmes folgt, tritt häufiger auf; Verhalten, auf das etwas Unangenehmes folgt, seltener. Während bei der klassischen Konditionierung Reize vor der Reaktion gekoppelt werden, geht es hier um das, was nach einem Verhalten passiert. B. F. Skinner prägte den Ansatz in den 1930er-Jahren.
Ein Verhalten führt zu einer Konsequenz, und diese Konsequenz verändert die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten wieder auftritt. Positive Konsequenzen verstärken, negative schwächen ab.
Zwei Fragen ergeben vier Möglichkeiten. Erstens: Nimmt die Konsequenz das Verhalten zu (Verstärkung) oder ab (Bestrafung)? Zweitens: Wird etwas hinzugefügt (positiv) oder entfernt (negativ)? „Positiv" und „negativ" meinen hier nicht gut/schlecht, sondern hinzufügen/wegnehmen.
Wann die Belohnung kommt, ändert das Verhalten stark. Belohnt man nicht jedes Mal, sondern nach einem Plan, wird das Verhalten besonders hartnäckig. Vor allem der variable Plan (unvorhersehbar, wie beim Glücksspiel) erzeugt sehr beständiges Verhalten, weil man nie weiß, ob der nächste Versuch der erfolgreiche ist.
| Bereich | Beispiel |
|---|---|
| Erziehung | Loben und Konsequenzen |
| Tiertraining | Leckerli als Verstärker |
| Apps / Spiele | Punkte, Abzeichen, variable Belohnungen |
| Gewohnheiten | Verhalten an angenehme Folgen koppeln |
Operante und klassische Konditionierung bilden zusammen die Lerntheorie. Die variablen Belohnungspläne erklären auch, warum manche digitalen Produkte so schwer aus der Hand zu legen sind, ein Bezug zu Entscheidungsverzerrungen wie in der Prospect Theory.