Klassische Konditionierung ist eine der grundlegendsten Formen des Lernens: Lernen durch Verknüpfung. Ein von Natur aus neutraler Reiz wird so oft mit einem bedeutsamen Reiz gekoppelt, bis er allein dieselbe Reaktion auslöst. Entdeckt hat das Iwan Pawlow um 1900 an Hunden, die schon beim Klang einer Glocke zu speicheln begannen, wenn diese zuvor oft mit Futter verbunden worden war.
Die Fachbegriffe wirken sperrig, meinen aber Einfaches:
| Kürzel | Begriff | Beispiel |
|---|---|---|
| UCS | unkonditionierter Reiz (wirkt von selbst) | Futter |
| UCR | unkonditionierte Reaktion (angeboren) | Speicheln |
| NS / CS | neutraler, dann konditionierter Reiz | Glocke |
| CR | konditionierte Reaktion (gelernt) | Speicheln auf Glocke |
Das Lernen läuft in drei Schritten ab: vorher, während der Kopplung und nachher.
Die gelernte Reaktion baut sich über die Wiederholungen auf (Erwerb). Präsentiert man den konditionierten Reiz danach immer wieder ohne den ursprünglichen Reiz, verblasst sie wieder (Löschung/Extinktion). Sie ist aber nicht ganz weg: Nach einer Pause kann sie unvermittelt zurückkehren (spontane Erholung).
Ein konditionierter Reiz wirkt auch auf ähnliche Reize (Generalisierung): Ein Hund, der auf eine hohe Glocke speichelt, reagiert oft auch auf ähnliche Töne. Lernt er dagegen, dass nur ein bestimmter Ton Futter ankündigt, unterscheidet er wieder feiner (Diskrimination).
Klassische Konditionierung erklärt viele automatische, emotionale Reaktionen: erlernte Ängste (Phobien), Werbung, die Produkte mit guten Gefühlen koppelt, oder warum ein Geruch plötzlich eine Erinnerung auslöst. Sie bildet zusammen mit der operanten Konditionierung das Fundament der Lerntheorie. Während hier Reize vor der Reaktion gekoppelt werden, geht es bei der operanten Variante um die Konsequenzen nach einem Verhalten.